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Raus aus den Fängen der Armut Chancen für Jungen und Mädchen in Peru |
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P eru im Jahre 2003. Martin Meza (17) wohnt in PROSOYA. Er ist glücklich. Hier hat er materielle Sicherheit, kann die Schule besuchen, eine Ausbildung machen, das Leben in der Gemeinschaft lernen und genießen. Vor allem aber wird er es einmal besser haben als seine Mutter und seine Geschwister. Selbst noch ein Junge, kümmert sich Martin regelmäßig um seine Mutter Florisa und die beiden jüngeren Schwestern. Florisa ist 38 Jahre alt und lebt in der Gegend von Pozuzo, eine gute Tagesreise nordöstlich der peruanischen Hauptstadt Lima. Mit ihren beiden Töchtern, (14) und (16) bewohnt sie eine tür- und fensterlose Holzhütte im unwegsamen Bergland. Nur selten schaut ihr Mann vorbei. Wenn er Arbeit hat, bringt er ein paar Soles, aber meist endet die Begegnung mit Ärger und Schlägen. Die Hütte kann man nur zu Fuß erreichen. Florisa ist hager, hat kein Einkommen. Sie ernährt ihre kleine Familie von dem, was die Natur ihr bietet. Ein Huhn läuft an einer Leine. Es gibt keinen Strom, und das Wasser holen sie aus einem Rinnsal. Martin Meza hat es geschafft! Er hatte das Glück, einen der sehr begehrten Plätze in PROSOYA zu bekommen. PROSOYA, das steht für Projecto Social de Yanachaga (Sozialprojekt der Region Yanachaga). Diese nichtstaatliche Organisation entstand 1989 aus der Freundschaft zwischen dem deutschen Lehrer Rolf Schlegel und dem peruanischen Pädagogik-Dozenten Hugo Fernández. Sie erwarben mit deutschen Spendengeldern eine alte Hazienda im Bergurwald und entwickelten dort ein Ausbildungsprogramm für chancenlose Jugendliche. Die Schüler finden in PROSOYA Unterkunft und Verpflegung. Sie besuchen im nahe gelegenen Dorf Huancabamba die staatliche Sekundarschule. Zusätzlich bekommen sie in verschiedenen Werkstätten des Projektes eine berufsvorbereitende praktische Ausbildung. Zum Projekt gehören 700 ha Land, Wald- und Weidegelände am Rande des Nationalparks Yanachaga Chemillén. Weitere Schwerpunkte des Programms sind die Wiederaufforstung und die Kommunalentwicklung. Peru, 2008: Inzwischen haben viele junge Männer, die vorher kaum eine berufliche Perspektive hatten, mit einer soliden Ausbildung das Projekt wieder verlassen, so auch Martin Meza: Aus unvorstellbarer Armut kommend, hat er gerade nach fünf Jahren PROSOYA seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. |
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D ie PERU-AKTION e.V. ist eine Gruppe von Lehrern, Handwerkern, Ärzten, Ingenieuren und Studenten. Alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und werben mit Hilfe von Vorträgen und aktuellen Informationen um weitere Mitglieder, Spender und Paten. Die Spendengelder kommen zu 99% dem Projekt zugute. Verwaltungskosten entstehen so gut wie keine. In regelmäßigen Arbeitssitzungen werden die Belange von PROSOYA diskutiert und mit der peruanischen Projektleitung abgestimmt. Jährliche Besuche einzelner Mitglieder vor Ort ergänzen die gemeinsame Arbeit. Der peruanische Projektleiter, Hugo Fernandez, war 2006 in Deutschland und hat auf Einladung des FAIREN MARKTES auch in Königsdorf auf eindrucksvolle Weise vorgetragen, wie hilfreich die Unterstützung durch uns ist. Armut und Perspektivlosigkeit sind kein reines Jungenproblem in Peru. Deshalb hat die PERU-AKTION im Jahr 2006 im Dorf Quillazu ein Mädchenprojekt begonnen, das der FAIRE MARKT ebenfalls mit Spenden unterstützt. Im März 2008 wird die erste Gruppe von sechs Mädchen aufgenommen. Zwei der Mädchen sind Gisela und Milagros, die Schwestern des Schülers Martin Meza. Die Mädchen sollen die gleichen Chancen bekommen, die schon ihr Bruder wahrgenommen hat. Das Haus für die Unterkunft ist fast fertig, es fehlt noch an Einrichtungsgegenständen. Es gäbe noch sehr viele Details zu berichten, doch reicht der Platz dafür nicht aus. Für uns vom FAIREN MARKT ist PROSOYA ein überzeugendes Projekt gelebter Nächstenliebe. Hier wird jungen Menschen Hoffnung gegeben, indem sie die Chance erhalten ihr Leben selbst zu meistern. Wer neugierig geworden ist und mehr wissen will, schaut unter: www.peru-aktion.de Das Projekt verfügt inzwischen über ein Gästehaus, so dass sich jeder selbst vor Ort ein Bild machen kann. Seit Ende 2005 ist übrigens auch ein Auslandszivildienst im Projekt möglich. Wer bei der PERU-AKTION einmal gespendet hat, erhält vierteljährlich einen sehr informativen Rundbrief.Martin v. Papen, Fairer Markt Königsdorf
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Karin Wettig bei der Scheckübergabe. Der Faire Markt unterstützt PROSOYA regelmäßig aus den in Königsdorf erwirtschafteten Überschüssen. |